Berichterstattung der Braunschweiger Zeitung/Wolfenbütteler Zeitung und Anzeiger
vom Dienstag, 9. Oktober 2007
NEUERKERODE. Im vergangenen Jahr gab die Evangelische Stiftung Neuerkerode 1,5 Millionen Euro für Strom, Wärme und Wasser aus. "Das ist eine ganzer Batzen Geld", sagte Sprecher Andreas Wyborny. Um die Energiekosten künftig zu reduzieren, setzt die Stiftung auf das Projekt "Neuerkerode 2015".
Seit Februar läuft die erste Phase. Dabei würden zunächst die grund-legenden Verbrauchsdaten der 54 Gebäude ermittelt und untersucht, wo Energie - zum Beispiel durch Sanierungsarbeiten - einzusparen sei, erklärte Wyborny. Zudem solle den Bewohnern und Mitarbeitern ein energiesparendes Verhalten vermittelt werden.
"Die Ziele der Stiftung für ein ökologisches Neuerkerode sind ehrgeizig", sagte Wyborny. So sollen bis 2015 sollen 60 bis 80 Prozent des Verbrauchs an Strom, Wärme sowie Wasser eingespart werden. Auch soll dann die Energieversorgung möglichst vollständig aus regenerativen Quellen erfolgen - etwa durch einen Ausbau der Biogasanlage, die die Häuser mit Fernwärme versorgt.
"Wir wollen beispielgebend für andere werden", sagte der Stiftungs-Sprecher. Ziel sei es, ein grundsätzliches Konzept zu entwicklen, das die energetischen Probleme von ähnlichen Einrichtungen zu lösen hilft. Bislang sei es einzigartig, ein Dorf mit 900 Einwohnern praktisch regenerativ zu versorgen und gleichzeitig zu sparen, führte er aus.
Nun informierten sich auch einige Fraktions- und Vorstandsmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen aus der Samtgemeinde Sickte und der Landtagskandidaten Bertold Brücher bei Stiftungs-Direktor Rüdiger Becker über die klimapolitischen Ziele des Projekts.
Für die Grünen habe dieses eine Vorbildfunktion für öffentliche und private Gebäude, sagte Christiane Wagner, Fraktionssprecherin im Samtgemeinderat Sickte. Holger Barkhau ergänzte, dass die Stiftung Neuerkerode und die umliegenden Gemeinden künftig im Hinblick auf ökologische Projekte verstärkt zusammenarbeiten sollten.
Der CDU-Landtagskandidat und Abgeordnete Frank Oesterhelweg war ebenfalls in der Evangelischen Stiftung zu Gast. Pfarrer Becker führte ihn über das weitläufige Gelände, zeigte ihm Werkstätten und Läden, die Gaststätte sowie die unterschiedlichen Wohnanlagen.
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