So so, es gibt einen internen Vermerk aus dem Bundesamt für Strahlenschutz an das Bundesumweltministerium, der Zeitungen zugespielt wurde.
"Insgesamt deuten alle dargestellten Indikatoren darauf hin, dass im Verlauf der nächsten Monate bis gegen Ende 2012 eine Sachlage eintreten wird, die eine weitere Verfolgung der Stilllegungsoption ,Rückholung' als sicherheitstechnisch nicht mehr vertretbar erscheinen lässt", heißt es in dem von einem Abteilungsleiter des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter unterzeichneten Vermerk. Das Schreiben liegt unserer Redaktion vor.
So steht es in der Braunschweiger Zeitung vom 23.12.2011.
Darauf reagiert die Führung des BfS, also offiziell und nicht durch „zugespielte“ Informationen, in dem Der Sprecher des Bundesamtes Emmerich verlautbart, dass bei der Schließung der Asse die langfristige Sicherheit von Mensch und Umwelt „oberstes Ziel“ bleibe und dies nach dem aktuellen Stand nur durch die Rückhlung der in dem Bergwerk eingelagerten Abfälle gewährleistet sei. Emmerich bestimmt: „An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert.“ Und weiter: „Es gibt keine Neupositionierung oder Neubewertung des BfS, die sagt, die Rückholung ist nicht möglich“.
So heißt es einen Tag später, am 24.12.2011 in der Taz.Nord.
Versucht da die eine Seite – es scheint ja zumindest zwei zu geben, wenn man die beiden Meldungen abgleicht – die andere vorzuführen, um ein `böses Spiel´ zu treiben? Oder soll gerade dadurch im Sinne eines „nun muss aber Feuer in den Kessel“ endlich die für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbare Lähmung der Einleitung des Rückholungsprozess beseitigt werden?
Schon lange gibt es Stimmen aus der Asse-GmbH selbst, die monieren, dass ihnen in ihrem Tun Knüppel zwischen die Beine geschmissen werden - und auch die Beobachtungen aus der Asse-II-Begleitgruppe oder die Berichte involvierter Landes- und Bundespolitiker geben ein solches Bild wieder. Seien es Auflagen, die nicht erfüllbar sind und von daher in zähem Ringen nachgebessert werden müssen, sei es die schleppende Behandlung eines Vorhabens, für diesen ersten weltweiten Fall einer Sanierung eines maroden Atommülllagers auch die geeigneten gesetzlichen Bestimmungen zu schaffen: mal sind es zuständige Stellen im Land, mal im Bund: `irgendwie´ gibt es den `imaginären Verzögerer´.
Gibt es eine unheilige Allianz von nicht zu unterschätzenden Kräften, die von von unterschiedlichen Motiven getrieben keine Rückholung wollen, weil sie
gar nicht sichtbar werden lassen wollen, welcher Atommüll aus welchen Quellen und aus welchen Gründen eingelagert ist,
grundsätzlich nicht die (meines Erachtens nach derzeit) absurde Idee einer in der Erde verschlossenen nicht rückgängig machbarer Endlagerung atomarer Stoffe aufgeben wollen,
nicht hinnehmen wollen, dass der Traum der `Energie ohne Ende´ nun tatsächlich zu Ende ist, aber wegen des atomaren Mülls endlos Kosten verursachen wird, insbesondere, weil einzugestehen ist, dass nach heutigen Maßstäben sicheres endlagern nicht möglich ist?
Die Standfestigkeit des Grubengebäudes ist das Problem, keine Frage. Und darum ist bei erklärtem Ziel der Rückholung, zu dem sich in Sonntagsreden immer auch das zuständige Bundesumweltministerium bekennt, völlig unverständlich, warum `man´ (also doch: der imaginäre Verzögerer) alle Zeit der Welt zu haben scheint, um z.B. eine Probebohrung zur weiteren Faktengewinnung (nicht) einzuleiten.
Der Saubermann und Strahlemann (sic!) der Bundesregierung, Bundesumweltminister Röttgen, nicht dafür bekannt, schweigsam zu sein, schweigt zur Asse und der Verzögerung. Sonst keine Kamera auslassend lässt er seine Parteifreunde und die Öffentlichkeit im Landkreis Wolfenbüttel trotz bereits für Herbst zugesagtem Besuch im Leeren stehen – und kommt nicht.
Wird der Müll nicht raus geholt, droht eine Kontaminierung des Grundwassers, nicht nur im Umkreis der Asse, sondern weit verzweigt in Niedersachsen. Es gibt also keine Alternative zum Bergen.
Was hilft da, wer hilft da?
Alle macht geht vom Volke aus ….heißt es im Grundgesetz. Na denn...